Offener Brief an die Mama vom Strand, mit Kleinkind, das einen Wutanfall hatte

Wuntanfall Kleinkind Wutausbruch

Heute, am Strand, an einem Tag wie an jedem anderen auch, ist eine ganz alltägliche Situation passiert. Ein Kleinkind mit einem Wutanfall. Und an diese Mama geht dieser Brief.

 

“Liebe Mama,

Ich habe dich heute am Strand mit deinen Kindern gesehen. Es tut mir sehr leid, ich wollte dich nicht beobachten, aber ich konnte auch nicht wegsehen.

Ich habe gesehen, wie du mit deinen Kindern am Strand gespielt hast. Als ihr gehen wolltet, hatte deine kleine Maus einen Wutanfall. Sie hat geschrien, sie hat sich aufgebäumt und gewehrt als du sie in den Kinderwagen setzen wolltest.

Es tat mir so unglaublich leid, ich habe anhand deiner Bewegungsabläufe angesehen, dass das sicherlich nicht das erste Mal war. Routiniert hast du deine kleine Maus sicher im Buggy festgeschnallt. Du hast nicht geschrien, du warst nicht nervös. Aber man hat dir an deinen Gesichtszügen angesehen, wie müde und erschöpft du warst.

Links und rechts haben die Leute gestarrt. Sie haben dich genau beobachtet, abgewartet, wie du reagierst. Es kamen Kommentare wie: “Muss man denn das Kind am öffentlichen Strand so schreien lassen?”.

Du hast die Blicke sicherlich gespürt, aber sie haben dich kalt gelassen. Du warst so verinnerlicht in die Situation, du wolltest offensichtlich nur deine Kinder aus der Stresssituation heraus bringen. Du hast deine Maus so liebevoll versucht zu trösten, sie zu streicheln, ihr gut zuzureden. Aber sie war zu angespannt, zu müde.

Auf dem Weg weg vom Strand, vorbei an den kopfschüttelnden Menschen, hast du versucht deine anderen Kinder abzulenken. Sie sollten nicht auch noch von der Situation eingenommen werden.

 

Liebe Mama, du hast dich heute am Strand vielleicht einsam gefühlt, aber du warst es nicht. Überall auf der Welt sind Mamas und Papas, die genau in diesem Moment genau das gleiche erlebt haben.

 

Deine Louis”

 

Wutausbruch Wutanfall Kleinkind Müdigkeit

 

Diese Mama heute, das war ich. Die kleine Maus, das war Zaubermaus.

Warum ich einen Brief geschrieben habe? Weil ihr wissen sollt, dass es mir genau so ergeht wie euch. Wir sind nicht anders. Wir Mamas halten zusammen. Wir schaffen das. Und wenn unsere Mäuse beim Einschlafen ihre kleinen Händchen in uns vergraben wissen wir, dass es sich in JEDER Situation lohnt, einen kühlen Kopf zu bewahren. Wie sehr ich meine Zaubermaus liebe, in jeder Sekunde. Und ja, auch genau dann, wenn sie einen Wutanfall hat. Trotzdem darf ich erschöpft sein. Denn auch ich bin nur ein Mensch.

 

Eure Louis

 

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17 Kommentare

  1. Anna
    19. Juli 2018 / 22:01

    Danke!

    • Louis
      Autor
      19. Juli 2018 / 22:07

      ❤️ gerne!

  2. Xenia
    19. Juli 2018 / 22:04

    Da kommen mir auch die Tränen.
    Erschöpft sein- ich glaube das kennen wir alle.
    Liebe Grüße an dich

    • Louis
      Autor
      19. Juli 2018 / 22:08

      Danke dir! ❤️

  3. Luisa Wendling
    19. Juli 2018 / 22:12

    Ich weine… fühl dich gedrückt!

    • Louis
      Autor
      19. Juli 2018 / 22:22

      danke ❤️

  4. Sarah
    19. Juli 2018 / 22:15

    Ich hab Tränen in den Augen. Danke für deine Worte

    • Louis
      Autor
      19. Juli 2018 / 22:21

      so gerne!

    • Louis
      Autor
      19. Juli 2018 / 22:21

      ❤️

  5. Hiepler
    19. Juli 2018 / 22:19

    Sehr schön geschrieben. Habe trännen in den Augen von deine Brief. Das ist wirklich leider so, die Menschen die keine Kinder haben, denken Sie sind die besseren Eltern und ihnen würde so was nie passieren, ältere Menschen, haben vergessen wie es mal bei Ihnen war. Solchen Menschen können und den Tag ruinieren, es sind nicht die schreiende Kinder, sondern diese verachteten Blicke. Du bist toll Luis, ich mag sehr deine YouTube Videos. Ich habe einen Sohn der ist fast 2 Jahre und ich muss sagen, das deine Videos mir Energie geben.
    Also mach weiter so, ich kann mir vorstellen das du eine tolle Mama bist. Fühl dich gedrückt!
    Liebe Grüße Sonia

    • Louis
      Autor
      19. Juli 2018 / 22:20

      Ohhh, ich danke dir!!! ❤️

  6. Sarah Lubec
    20. Juli 2018 / 0:07

    Liebe Louis.
    Hut ab, dass du das trotzdem so toll gemeistert hast. Meine Maus ist nun schon 2 und im Moment sind die Wutausbrüche wieder extrem gehäuft. Leider schaffe ich es nicht so souverän damit umzugehen und reagiere dann wahnsinnig genervt und schimpfe mit ihr. Wutanfälle der “Großen” braucht man auch gegen Ende der Schwangerschaft so gar nicht
    Was mich aber auch immer am wütendsten macht , sind die Reaktionen drum herum leider auch von Familienangehörigen.
    Aber irgendwann haben wir die Wutanfälle Phase hoffentlich hinter uns LG Sarah

  7. 20. Juli 2018 / 3:44

    Ich kenn das Gefühl von erschöpft und am Ende sein, aber trotzdem liebevoll und in Sorge erst seit 12 Wochen. Seit meine kleine Ella da ist. Ich finde Muttergefühle sind verwirrend, unerklärlich aber einfach wunderschön. Du hast es super gemacht. Man muss andere Leute einfach reden lassen. Wenn ich etwas mMn falscher von der Familie höre, Versuch ich sie daran zu erinnern, dass sie mit ihren Kindern sicher auch mal in so einer Situation waren. Oder einer anderen in der sie überfordert/ erschöpft/ oä waren. Oder ich bitte sie nochmal genau zu überlegen wie alt das Baby war. Einfach direkt sein hilft oft am besten.

    Toller Beitrag. ♥️

    Liebe Grüße.

    • Louis
      Autor
      20. Juli 2018 / 14:29

      Vielen lieben Dank

  8. hoefly
    20. Juli 2018 / 9:03

    Vielen Dank für diese ehrlichen Worte!
    Manchmal ist es in dieser Welt nicht einfach Mama zu sein und dabei Mensch zu bleiben.
    Deine Worte machen es etwas einfacher 🙂
    Toller Beitrag, Danke!!!

    • Louis
      Autor
      20. Juli 2018 / 14:29

      Ich danke dir!

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